Chronik

        

Volksschule Gföhl - Geschichtliche Entwicklung


Über die Gründung der ersten Schule in Gföhl wissen wir nichts, es gibt keine Urkunde. Es dürfte aber eine Pfarrschule existiert haben, an der der jeweilige Pfarrer oder Vikar oder der schreibkundige Mesner unterrichtet hat.


Kinder, die in den Ämtern wohnten, wurden von „Waldlehrern" in Bauernhütten unterrichtet. Andere Kinder, die wegen ihres Alters schon bei der Feldarbeit helfen mussten, wurden vom Unterricht befreit und mussten die Schule am Sonntag (= Sonntagsschule) besuchen.
Seit Kaiserin Maria Theresia 1774 ein neues Schulgesetz (öffentliche Staatsschule, sechsjährige Schulpflicht) erließ, müssen alle Kinder die Schule besuchen.


Im Haus Gföhl Nr. 76 (heute Kirchengasse 1) wurde ein Klassenzimmer für zwei Abteilungen eingerichtet. Weil es so feucht und ungesund war, ließ schließlich Graf Sinzendorf ein Schulhaus mit zwei Lehrzimmern errichten, welches später bis zu vier Klassen ausgeweitet wurde.
Aufgrund der ständig steigenden Schülerzahl, welche durch die achtjährige Schulpflicht durch das Reichsvolksschulgesetz des Jahres 1869 bewirkt wurde, war ein Schulneubau unbedingt erforderlich. Die große Anzahl der Schüler (253 Knaben und 253 Mädchen) veranlasste den Ortsschulrat unter dem Obmann Dr. Peter Stampfl, kk Notar in Gföhl, zum Bau einer Volksschule mit sieben Klassen.


Nach langen Verhandlungen wurde am 14. November 1880 das Haus Gföhl Nr. 40 (heute Ernest Thum-Straße 4) samt Garten mit 498 Quadratklafter durch den Ortsschulrat um 6.550 Gulden von Gastwirt Leopold Seidl erworben. Vom angrenzenden Garten des Ignaz Lechner wurden 27 Quadratklafter zum Preis von 810 Gulden erworben.

Grundsteinlegung am 10. Mai 1881

Am 10. Mai 1881 wurde anlässlich der Vermählung des österreichischen Kronprinzen Rudolf mit der belgischen Prinzessin Stephanie der Grundstein für die bereits im Bau befindliche heutige Schule gelegt und diese ein Jahr später feierlich eröffnet. Das Objekt der heutigen Volksschule in Gföhl war ehemals ein Gasthaus.


Der Umbau sowie die Herstellung des Schul- und Turngartens wurde vom Gemeinderatsmitglied Carl Lechner (Lederermeister), der als Schulaufseher fungierte, um den Betrag von 22.500 Gulden übernommen, den Bauplan zeichnete Baumeister Utz aus Krems. Infolge zu knapper Kalkulation erhöhten sich die Baukosten auf über 36 000 Gulden.
Die neue Volksschule, bestehend aus sieben Klassenzimmern, einem Konferenz- und einem Lehrmittelzimmer, sowie der integrierten Wohnung des Oberlehrers, wurde am 10. Mai 1882 feierlich gesegnet.
Am 11. Mai 1882 wurde unter Oberlehrer Christian Steiner der Unterricht für 486 Schülerinnen und Schüler aufgenommen, wobei sich die Klassenschülerzahl zwischen 54 und 88 Kindern bewegte.
Weil viele Kinder einen weiten Schulweg hatten und der Unterricht den ganzen Tag dauerte, gab es ab 1885 auf Initiative von Oberlehrer Christian Steiner zu Mittag eine Schülerausspeisung („Suppenanstalt“), die mit Hilfe von Spenden finanziert werden konnte. Die wohltätige Einrichtung lässt sich bis zum Ersten Weltkrieg verfolgen.

Einführung der Bürgerschule und 5-Tage-Woche


Am 15. September 1922 wurde die erste Klasse der Bürgerschule eröffnet, die von 31 Knaben und 20 Mädchen besucht wurde. Der Unterricht wurde in einem Raum der Volksschule vom provisorischen Leiter erteilt.
Ab 1927/1928 wurde die dreiklassige Bürgerschule zu einer vierklassigen Hauptschule (Pflichtschule der 10- bis 14-jährigen) mit zwei Klassenzügen umgestaltet.


Bereits 1924 wurde der Beschluss gefasst, das Waisenhaus (das 1908 eröffnete Kaiserin Elisabeth-Kinderheim) in der Jaidhofer Gasse 18 als Schulgebäude zu verwenden. Am 16. September 1930 fand die Einweihung des nunmehrigen Hauptschulgebäudes statt und die vier Hauptschulklassen übersiedelten in das adaptierte Gebäude.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren im Volksschulgebäude russische Soldaten einquartiert.
1964 erfolgte die gesetzliche Trennung der bisherigen gemeinsamen Leitung der Volks- und Hauptschule; erste Direktorin der Volksschule war Emilie Patz.
1988/89 wurde die 5-Tage-Woche eingeführt.

Zu- und Ausbau der Volksschule ab 1962


1962 wurde mit dem Zubau im Süden (bisheriger Schulgarten) und dem Einbau einer Zentralheizung (Ölfeuerungsanlage) begonnen. Die offizielle Eröffnung erfolgte nach bereits zweijähriger Benützung erst am 13. November 1965.
1973 wurde das links vom Eingang gelegene ehemalige Schulwartgebäude geschleift, der Hof asphaltiert und somit der Pausenhof vergrößert.

1976 wurde der Altbau umfangreich saniert (Fenster aus dem Jahr 1881 werden durch Verbundfenster ersetzt, Restaurierung der Außenfassade, neue Fußböden verlegt und Installationen erneuert); die bisherige Leiterwohnung im Erdgeschoß wird in zwei neue Klassen umgewandelt.

Am 1. August 1980 wurde mit dem Zubau eines Turnsaales begonnen, der am 15. November 1981 – im Jahr des 100-jährigen Bestehens des Schulgebäudes – eröffnet werden konnte, 1992 wurden neue Schulmöbel angekauft.

1999 wurde der südseitige Zubau um ein weiteres Geschoß aufgestockt. Dadurch konnten unter anderen ein Mehrzwecksaal samt Lagerraum, ein Klassenzimmer und zwei Sonderunterrichtsräume geschaffen werden. Vergrößert wurden die Direktion, sowie das Konferenz- und Lehrmittelzimmer.

Im Jahr 2000 wurden erstmals Computer für den Unterricht verwendet und 2001 erhielt die Schule ein neues Läutwerk und die Fassade wurde renoviert. 

2009 wurde der hofseitige Südtrakt saniert (Fenstertausch in beiden unteren Geschoßen, Vollwärmeschutz, Fassadenerneuerung), sowie eine eiserne Fluchtstiege errichtet und das Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen. An Stelle des Heiz- und Lagerraumes der bisherigen Ölfeuerung konnte eine Zentralgarderobe eingebaut werden.

Großzügiger Umbau und Erweiterung 2018/2019
In den Jahren 2018/2019 wurde das Schulgebäude einem großzügigen Umbau unterzogen. Dabei erfolgte eine komplette Umorganisation der Raumeinteilung. Zum bisherigen kleinen Turnsaal wurde ein normgerechter Turnsaal im ersten Obergeschoß errichtet, auch ein Lift, der vom Keller- bis zum obersten Geschoß reicht, wurde eingebaut.

Im Erdgeschoß wurden Räum-lichkeiten für die Nachmittags-betreuung neu geschaffen, im Dachgeschoß des Altbaues weitere Räume (drei Klassen und ein EDV-Raum) ausgebaut, im westlichen Bereich ein Zubau für weitere Klassen errichtet.
Alle Klassen, Lehrerzimmer und Direktion erhielten Internet-anschlüsse, alle Klassen wurden neu mit Beamern ausgestattet; angekauft wurden neue Computer und Bildschirme.

Während des Schuljahres 2018/2019 waren sämtliche Klassen in Containern in der Seilergasse 5a in Gföhl untergebracht.

Ab dem Schuljahr 2019/2020 konnte der Schulbetrieb im neu gestalteten Schulhaus wieder aufgenommen werden.
Im Zuge des Umbaues wurde im Herbst 2019 der Grundstein entnommen und geöffnet und sämtliche Beigaben dokumentiert und im Rahmen der offiziellen Eröffnung ausgestellt.

Die Eröffnung fand am 25. Oktober 2019, verbunden mit einem Tag der offenen Tür, statt.

   

 


 


 

 

 

   

 

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